| In vielen Fällen können Diäten, Sport und Krafttraining bestimmte Problemzonen und Fettpolster nur unzureichend beeinflussen – eine Möglichkeit, die Pölsterchen dennoch loszuwerden, bietet hierbei die Methode des Fettabsaugens.
Dieser kosmetische Eingriff wird heutzutage relativ häufig durchgeführt, je nach Körperteil können dabei etwa 2-3 kg Fett auf einmal aus dem Unterhautbereich entfernt werden, was - da ja an einzelnen Stellen gezielt durchgeführt - eine ganze Menge bedeutet.
Vor dem Eingriff, der auf den Abteilungen für Plastische Chirurgie in praktisch allen Krankenhäusern durchgeführt wird, wird eine so genannte Tumeszenz-Anästhesie, ein Gemisch aus Wasser, Natriumcarbonat und lokalem Betäubungsmittel, unter die Haut gespritzt, wo es ungefähr einen Tag lang verbleiben muss, bis es von den Fettzellen im Unterhautgewebe vollständig aufgenommen ist. Danach wird es entweder mit relativ großen (Liposuction) oder mit sehr kleinen Kanülen (Liposkulptur) und mit Hilfe einer Pumpe oder mit händisch bedienten Saugspritzen abgesaugt. Nach dem Fettabsaugen muss noch für eine bestimmte Zeit, bei der gebräuchlicheren Liposuction für etwa 4-6 Wochen, bei der Liposkulptur nur für wenige Tage, ein Kompressionsmieder getragen werden.
Insgesamt gesehen ist die Liposkulptur eindeutig der zu bevorzugende Eingriff – das umgebende Bindehautgewebe wird weniger geschädigt, daher erfolgt auch eine schnellere Abheilung und eine geringere Kompressionsdauer, und durch feineren Mikrokanülen ist ein wesentlich genaueres und schonenderes Arbeiten möglich. Zudem sind die für das Einbringen der Kanülen nötigen Hautschnitte so klein, dass ein nachfolgendes Vernähen entfällt. Allerdings ist die Liposkulptur empfindlich teurer als das herkömmliche Verfahren, das vor einigen Jahren von einem kalifornischen Arzt entwickelt wurde, und insgesamt kann weniger Fett entnommen werden, als bei der herkömmlichen Fettabsaugung.
Der Eingriff wird heutzutage routinemäßig durchgeführt, bei etwa 250.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland liegt die Gefahr von Komplikationen im Bereich von circa 0,1%, damit ist das Risiko also denkbar gering. Da durch das bereits während der Vorbereitung eingebrachte Betäubungsmittel auch die Notwendigkeit einer Narkose entfällt, gibt es auch kein Risiko für Narkosezwischenfälle oder Narkosemittel-Unverträglichkeiten.
Seit kurzem gibt es auch die Möglichkeit, das entnommene Körperfett an anderen Körperstellen, wie etwa in den Lippen oder den Brüsten wieder einzusetzen. Diese „Eigenfett-Transplantation“ kann anstelle herkömmlicher Implantate zur Brustvergrößerung eingesetzt werden, oder zum „Auspolstern“ anderer Körperstellen. Der Vorteil liegt eindeutig darin, dass statt einem ‚Fremdkörper’, nämlich dem Implantat, körpereigenes Gewebe verwendet werden kann, was eine wesentlich natürlichere und auch mit sehr viel weniger Komplikationen behaftete Methode darstellt. Voraussetzung ist allerdings, dass das Fettgewebe sehr vorsichtig mit Hilfe der Liposkulptur-Methode abgesaugt, und danach entsprechend aufbereitet wird. |